
Die Ausstellung „Moving Layers“ zeigt Arbeiten der beiden Künstler:innen Niclas Lehmann und Lisa Goebel. In diesem Interview stellen wir Lisa und ihre Kunst vor.
TL;DR
Lisa Goebel aka “The Naughty District” im Interview.
Ein Risodruck entsteht Schicht für Schicht: Für jede Farbe durchläuft das Papier erneut die Maschine. Bei jedem Durchgang trifft die Farbe etwas anders auf das Blatt. Die Schichten verrutschen gegeneinander, überlagern sich und mischen sich dort, wo sie sich decken, zu neuen Tönen.
Um diese Bewegung zwischen den Farbschichten geht es in „Moving Layers“. Niclas Lehmann und Lisa Goebel nutzen sie als gestalterisches Mittel.
In diesem Interview haben wir fünf Fragen an Lisa Goebel gerichtet um sie und ihre Arbeit vorzustellen.
Du bist sehr aktiv auf Festivals in ganz Europa. Welches sollte man unbedingt besuchen, wenn man in deine Fußstapfen treten möchte?
Das ist schwierig zu sagen, weil jede Veranstaltung immer ihren eigenen Charme hat und es sehr unterschiedliche Events sind, an denen ich teilnehme. Eine meiner Lieblingsveranstaltungen ist auf jeden Fall das Reeperbahnfestival! Aber ich bin auch gespannt, da ich dieses Jahr zum ersten Mal an einem Illustrationsfestival in Brighton teilnehmen werde!
Was sollte man beim Verkaufen von Kunst auf Festivals unbedingt beachten? Hast du Do’s & Don’ts?
Ich finde erstmal wichtig, dass sich die Szene gegenseitig unterstützt. Neben Hilfsbereitschaft bedeutet das für mich auf jeden Fall auch nicht gegenseitig die Preise zu drücken. Kunstwerke sind immer mit einem Prozess und Arbeit verbunden und haben ihren Preis, auch wenn es aktuell nicht immer leicht ist künstlerische Ware zu verkaufen. Besonders schön und auch wichtig ist es natürlich auch neue Künstler:innen kennenzulernen und mich mit ihnen auszutauschen und zu vernetzen.
Außerdem sind Märkte auch immer gut, um neue Produkte auszutesten. Den direkten Austausch mit Kund:innen empfinde ich auch als sehr wertvoll!

Du betreibst einen erfolgreichen Onlineshop mit selbst gestalteten Prints, Schals und Shirts. Was ist dabei die größte Herausforderung für dich?
Ich finde es am schwierigsten, alle Regelungen im Auge zu behalten, da sich gerade im Bereich Onlinehandel und Versand ständig etwas ändert. Auch die Sichtbarkeit des Shops ist durch Algorithmen und SEO ein eigener Themenbereich für sich. Das liebe Feedback der Kund:innen gleicht das aber auch Gott sei Dank wieder aus.

Risografie und Siebdruck stehen im Zentrum deiner Arbeit. Was fasziniert dich an diesen Drucktechniken so sehr, dass sie zu deiner visuellen Sprache geworden sind und was können sie, was rein digitale Tools nicht leisten?
Für mich hat jeder Druckprozess eine eigene Faszination. An Siebdruck und Risographie mag ich vor allem die kleinen Versätze, die jeden Print zu einem Unikat machen. Auch die Textur der beiden Druckverfahren macht für mich ein Artwork noch interessanter. Ein digitales Artwork kann dies zwar imitieren, aber für mich zählt auch der gestalterische Prozess und das Handwerk dahinter zu einem Werk. Auch die leuchtstarken Farben, die bei beiden Druckprozessen eingesetzt werden, sind für mich ein spannendes gestalterisches Element. Außerdem mag ich die Limitierung der Farben, die man aber auch miteinander kombinieren kann.
Ein Riso-Print, ein Film, ein Album – was inspiriert dich gerade am meisten?
Ich nehme generell viele Impulse auch im Alltag auf und habe nicht eine feste Bezugsquelle für meine Inspirationen. Ich versuche immer offen für neue Eindrücke und Ideen zu sein und mich ständig weiterzuentwickeln. Auch das Kennenlernen neuer Techniken oder das Verlassen der Comfort-Zone gehört hierbei für mich dazu.
Moving Layers
Die Ausstellungseröffnung findet am 19. November 2026 um 19 Uhr. Weitere Infos dazu findet ihr hier.
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