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Diskussion

Nachrichtenwüsten – Ökonomischer Druck, demokratische Dürre: Wenn lokaler Kulturjournalismus verschwindet

Auch im Saarland wandelt sich der Lokaljournalismus – mit Folgen für Kultur und Gesellschaft. Nach einer Keynote von Dr. Christian-Mathias Wellbrock diskutieren Expert:innen und Stakeholder am 14. April 2025 im CoHub über zukunftsfähige Modelle und Kooperationen.

Eine stilisierte Grafik mit orangefarbenen Sanddünen auf violettem Hintergrund. Oben steht in großen, weißen Buchstaben „NACHRICHTENWÜSTEN“ mit einer Unterstreichung. Darunter, in einer kleineren weißen Schrift, der Text „Keynote & Podiumsdiskussion“. Das Design erinnert an eine Plakat- oder Magazinankündigung.

Der lokale Journalismus befindet sich im Wandel: Während 1992 noch durchschnittlich 2,26 unabhängige Tageszeitungen pro Landkreis erschienen, waren es 2023 nur noch 1,83. Studien zeigen: Lokaljournalismus ist eine wichtige Stütze für ein breites kulturelles Angebot und demokratische Stabilität. Kurz: Er ist systemrelevant. Auch im Saarland verändert sich die lokale Berichterstattung über kulturelle Ereignisse – mit unmittelbaren Auswirkungen für das kulturelle Ökosystem unserer Region. Dessen Vielfalt ist eine Grundlage unserer demokratischen Gesellschaft, für Lebensqualität und Standortattraktivität.

Kulturberichterstattung fungiert als wichtige Schnittstelle: Sie schafft Sichtbarkeit für kreative Leistungen, prägt den gesellschaftlichen Diskurs und trägt zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit kultureller Angebote bei. Gleichzeitig bildet eine lebendige Kulturszene einen wesentlichen Bestandteil lokaler Berichterstattung.

In Deutschland ist es noch nicht zu spät: Noch gibt es in allen Landkreisen mindestens eine unabhängige lokale Tageszeitung. Doch eine weitere Versteppung der Nachrichtenlandschaft droht. Wie können wir den Wandel im Angesicht steigender ökonomischer Zwänge im Saarland zukunftsfähig gestalten? Welche Lösungsansätze und Kooperationsmodelle gibt es bereits? Nach einer Keynote des Medienökonoms Dr. Christian-Mathias Wellbrock diskutieren wir am 14. April ab 18 Uhr im CoHub diese Fragen in einem offenen Diskurs mit Stakeholdern aus Medien, Kultur und Politik.


Programm

Keynote Dr Christian-Matthias Wellbrock | ca. 18:15

Moderiertes Panel 1: »Status Quo« | ca. 19:00
Mit: Ricarda Wackers, Programmbereichsleiterin Kultur, SR
Peter Stefan Herbst, Chefredakteur Saarbrücker Zeitung
Mirka Borchardt, Netzwerk Freie Szene e.V.

Moderiertes Panel  2: »Lösungen« | ca. 19:45 
Mit: Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes
Dr. Christian-Matthias Wellbrock ,
Ein:e weitere:r Teilnehmer:in wird noch bekanntgegeben

Ausklingen & Netzwerken | ca. 20:45


Keynote – Nachrichtenwüsten

Der Vortrag beleuchtet zentrale Ergebnisse der Studie Wüstenradar zur Entwicklung der Tageszeitungen und den Folgen für Politik, Gesellschaft und insbesondere Kulturinstitutionen.
Im Fokus steht die Frage, wie Gatekeeping- und Qualitätssicherungsfunktionen künftig aufgefangen werden können – etwa durch Intermediäre, Netzwerke oder neue Kooperationsmodelle. Anhand von Beispielen gelungener und gescheiterter Initiativen werden Erfolgsfaktoren und Unterstützungsbedarfe durch Politik und andere Akteure diskutiert. Abschließend wird die Zusammenarbeit zwischen Lokalpresse und Kulturakteuren als möglicher Lösungsansatz auf kommunaler und Landesebene thematisiert.

Nachrichtenwüsten - Ökonomischer Druck, demokratische Dürre: Wenn lokaler Kulturjournalismus verschwindet

Dr. Christian-Matthias Wellbrock

Christian-Matthias Wellbrock ist Verfasser der Studie Wüstenradar, zur Verbreitung des Lokaljournalismus in Deutschland und dessen Effekt auf die Funktionsfähigkeit der Demokratie. Link zur vollständigen Studie.

Christian-Mathias Wellbrock ist promovierter Volkswirt und seit 2021 Leiter Innovation und Studium im Fachbereich Digital- und Medienmanagement der Hamburg Media School. Zuvor war er unter anderem Universitätsprofessor für Medien- und Technologiemanagement an der Universität zu Köln, Juniorprofessor für Medienmanagement an der Universität Hamburg und Visiting Assistant Professor an der Michigan State University. In seiner Forschung beschäftigt er sich vorrangig mit der Ökonomik und dem Management des Journalismus, insbesondere mit Zahlungsbereitschaften, Bundling, Plattformen und generativer KI im digitalen Journalismus sowie den Auswirkungen des Rückgangs des Lokaljournalismus auf die demokratische Gesellschaft.

Hier könnt ihr euch für das Event im CoHub am 14. April anmelden:

Datum: 14. April 2025
Uhrzeit: 18:00h