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Kreativsonar Gewinner: Seawater Cubes im Gespräch

Kreativsonar Gewinner: Seawater Cubes im Gespräch

Regionalen Meeresfisch im Inland produzieren und vertreiben: Das ist das paradox anmutende Geschäftsmodell von Seawater Cubes, mit dem sich Carolin Ackermann, Christian Steinbach und Kai Wagner 2018 beim Kreativsonar bewarben und gewannen. Wir wollten von Carolin wissen, was die Fischzucht mit der Kreativwirtschaft zu tun hat und warum es sich lohnt, bei Awards wie dem Kreativsonar mitzumachen. 

Dock 11: Hallo Carolin, schön, dass du dir Zeit für das Gespräch genommen hast. Kannst du uns erklären, was Seawater Cubes genau macht?

Carolin: Wir sind ein saarländisches Start-up, ausgegründet von Christian Steinbach, Kai Wagner und mir aus der htw saar. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, eine regionale Versorgung mit frischem Meeresfisch aufzubauen und damit dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dazu haben wir nach unserer langjährigen Forschungsarbeit den SEAWATER Cube entwickelt. Der Cube ist eine kompakte Fischzuchtanlage, die in drei recycelten Schiffscontainern untergebracht ist. Mit ihr kann Meeresfisch nachhaltig und fernab der Meere produziert werden.

Unser Ziel ist es, die Anlage zum Beispiel an Landwirte zu vertreiben, die damit in die Fischzucht einsteigen und regional Meeresfisch produzieren können. Neben dem Anlagenvertrieb bauen wir gerade auch Fischvermarktungswege auf. Denn in den Gesprächen mit Interessenten haben wir erfahren, dass diese hierbei Unterstützung benötigen.

Kreativität beweist, wer existierende Lösungen infrage stellt.

Dock 11: Was hat euch dazu bewogen, mit dem Thema Fischzucht beim Kreativsonar mitzumachen?

Carolin: Ja, zunächst fragt man sich, was Fischzucht und Kreativität gemeinsam haben. Wir waren davon überzeugt, dass wir uns mit unserer Herangehensweise an die Entwicklung der Idee (»Think outside« – beziehungsweise in unserem Falle – »inside the box«) Kreativität bewiesen haben. Zudem finden wir, dass alle Entwicklungen, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz ausgerichtet sind, Kreativität beweisen. Denn sie stellen existierende Lösungen infrage. Ansonsten legen wir einen starken Fokus auf unsere Marke und das Design und werden auch hier kreativen Ansprüchen in verschiedenen Dimensionen (Logo, CI, Wording) gerecht.

Dock 11: Ihr seid eines der Gewinnerteams des Kreativsonar 2018. Was haben die Teilnahme und der Gewinn des Wettbewerbs euch für euer Unternehmen gebracht?

Die Weiterentwicklung des Geschäftsmodell ist wichtig, kommt aber im stressigen Geschäftsalltag oft zu kurz.

Carolin: Die Teilnahme am Kreativsonar hat uns dahingehend geholfen, unsere Idee in den Workshops aus anderen Blickwinkeln betrachten zu können. Dadurch haben wir unser Geschäftsmodell weiterentwickelt. Das ist wichtig und kommt im stressigen Geschäftsalltag oft zu kurz. So haben wir zum Beispiel unsere Personas, also Zielkunden, genauer definiert. Durch diesen Prozess konnten wir uns verstärkt mit möglichen Bedürfnissen dieser potenziellen Kunden auseinandersetzen und können Interessenten jetzt gezielter ansprechen.

Ganz konkret sind wir durch die Workshops zu dem Punkt gelangt, dass viele Landwirte heutzutage ein Nachfolgeproblem haben. Höfe, die rund um die Uhr Arbeit machen, sind bei deren Kindern nicht mehr beliebt. Viele übernehmen deshalb nicht mehr den Hof der Eltern sondern wandern in andere Jobs und Branchen ab. Mit unserer digitalisierten und vollautomatisierten Anlage können wir für die nachfolgende Generation an jungen Landwirten eine attraktive Möglichkeit schaffen, Geld zu verdienen mit einem überschaubaren und vor allem planbaren Arbeitsaufwand. Dadurch bieten wir für beide Generationen eine interessante Zukunftsperspektive.

Das Kreativsonar, eine überregionale Plattform für ein größeres Netzwerk und mehr Bekanntheit.

Neben diesen neuen Impulsen ist das Kreativsonar eine tolle überregionale Plattform, über die man sein Netzwerk erweitern und das Unternehmen bekannter machen kann.

Dock 11: Wo steht ihr jetzt mit eurem Business und was habt ihr euch für das neue Jahr 2020 vorgenommen?

Carolin: Zum Ende des Kreativsonars haben wir gerade erst unsere Firma ausgegründet. Seitdem sind wir auf der Pilotkundenakquise und haben weiter an unserem Prototypen gearbeitet.

Wir planen für die Zukunft 2020 den Markteintritt und möchten die ersten Cubes bei Pilotkunden aufstellen. Daneben haben wir gerade einen eigenen Online-Shop ins Leben gerufen und möchten das Thema Fischvermarktung weiter aufbauen und dem Endverbraucher die Vorteile von Kreislauf-Aquakultur näherbringen.

Dock 11: Was würdet ihr Leuten, die über eine Teilnahme am Kreativsonar 2020 nachdenken, mitgeben wollen?

Carolin: Nutzt auf jeden Fall die Gelegenheit, im Rahmen dieses Wettbewerbes weiter an Eurer Idee zu arbeiten, in den Austausch mit Juroren und anderen Gründern zu treten und Bekanntheit zu erlangen. Für alle, die noch am Anfang stehen, ist das Kreativsonar eine tolle Gelegenheit, erste Einblicke in den Start-up-Alltag zu bekommen.

Wenn ihr jetzt doch noch eine Last Minute Bewerbung zum Kreativsonar 2020 einreichen wollt: Ihr habt noch bis zum 31. Januar Zeit!

Dieses Interview führte Tanja Begon.

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