Zur Registrierung | Passwort vergessen?

Features

Kreativvitti 2.0 – Dock 11 Interview

Kreativvitti 2.0 – Dock 11 Interview
Foto: KREATIVVITTI

Mit der Pilotveranstaltung KREATIVVITTI schuf die Wirtschaftsförderung der Stadt Pirmasens 2017 eine Fachmesse für Kultur- und Kreativschaffende. Im November 2019 geht die Messe in die zweite Runde. Wir baten Mark Schlick, den Leiter der Wirtschaftsförderung in Pirmasens und Organisator der KREATIVVITTI 2.0, zum Gespräch.

Rund 1.700 Menschen erlebten 2017  den Auftakt der KREATIVVITTI in Pirmasens. Zwei Tage lang konnten sie sich von der Innovationsfähigkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft überzeugen. Fachvorträge, Projektpräsentationen, Coworking-Areas, Talkrunden, Multimedia-Shows – mit dem bundesweit bis dato einmaligen Konzept konnten nachdrücklich Akzente gesetzt werden. Mit der KREATIVVITTI 2.0 will die Wirtschaftsförderung der Stadt Pirmasens wieder sowohl räumliche als auch fachliche Grenzen überwinden und den Austausch von Kreativen, Künstlern, Wissenschaft und Wirtschaft fördern. Vom 15. bis 17. November 2019 wird das Messegelände Pirmasens zum Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft. Auf mehr als 4.000 m² Ausstellungsfläche will sich Pirmasens mit der KREATIVVITTI 2.0 von seiner besten Seite präsentieren und wirbt mit mit schneller Internetanbindung, hervorragender Verkehrsanbindung und guten Parkmöglichkeiten.

Dock 11: Hallo Mark, schön, dass du dir kurz Zeit für uns genommen hast. Die KREATIVVITTI findet diesen November zum zweiten Mal statt, dieses Mal unter dem Titel KREATIVVITTI 2.0. Welche Veränderungen können Besucher, die bereits bei der letzten Ausgabe dabei waren, erwarten?

Modenschauen, Fototage, Musik, Comedy-Acts und Retro Game Area

Mark: Danke Dock 11 für die Gelegenheit, über die Kreativitti 2.0 zu berichten: Ein wesentliches Novum wird sein, dass die Messe nun an drei Tagen stattfindet, nämlich von Freitag , den 15. November bis zum Sonntag darauf. Diese zeitliche Erweiterung und Verlagerung aufs Wochenende ist dem leicht modifizierten Grundkonzept der Messe geschuldet. Was in 2017 noch als reine B2B-Messe angedacht war, wird sich nun stärker in Richtung Erlebnis- und Infotainment-Messe bewegen. Wir haben das Rahmenprogramm mit sehr hochwertigen Walking Acts, einer Modenschau, musikalischen Beiträgen und Comedy-Acts ergänzt und erweitert. Darüber hinaus finden die überregional bekannten Pirmasenser Fototage dieses Jahr zum ersten mal auch auf der KREATIVVITTI 2.0 statt, wodurch wir natürlich weitere Besucher generieren werden. Und letztlich wird die Messe in diesem Jahr noch einen digitalen Schwerpunkt erhalten: Die Games- und Softwareindustrie werden dabei eine besondere Rolle spielen und auf der Messe dem Publikum ein neues Game präsentieren. In diesem Kontext wird es auch eine Retro-Game-Area geben, in der man dann auch die 80er Arcade Games nochmals ausprobieren kann. Da hoffen wir, dass alle mündlichen Zusagen, die wir von Ausstellern haben, auch zustande kommen.

Ohne kreative Spielwiesen werden Städte leblos und verlieren an Attraktivität

Dock 11: Auf der KREATIVVITTI 2.0 treffen Kreativakteure aus verschiedensten Branchen, Studenten gestalterischer Studiengänge aber auch Vertreter der traditionellen Wirtschaft aufeinander. Konntet ihr im Nachgang der ersten Ausgabe konkrete Synergieeffekte feststellen? Gab es tatsächliche Kooperationen, die auf der KREATIVVITTI entstanden sind?

Mark: Absolut! Die Stadtverwaltung hat im Anschluss mit Studierenden weitere Projekte in der Stadt angepackt. Ein Unternehmen befand sich gerade in der Planung eines großen Firmenevents und konnte auf der KREATIVVITTI alles finden, was er dafür brauchte. Egal ob Moderator, Musiker, Beschallung und Beleuchtung oder Deko-Service. Bildende Künstler haben ihre Gemälde verkauft und dadurch weitere Folgeaufträge bekommen. Unter den Ausstellern selbst entstanden konkrete, projektbezogene Kooperationen. Insofern war ich mit dem Ausgang und dem Output der Messe sehr zufrieden. 

Dock 11: Wie wir hier im Saarland erlebt auch ihr in Pirmasens gerade den Strukturwandel stärker als andernorts in Deutschland. Wie kann deiner Meinung nach die Kreativbranche dazu beitragen, dass wir in eine Zukunft blicken, in der es sich lohnt im Südwesten zu bleiben und zu arbeiten?

Spirit und Pioniergeist unter den Ausstellern

Mark: Ohne Kreative und deren Spielplätze sind (Mittel-)Städte und Regionen leblos und verlieren an Attraktivität. Die Kreativen in einer Stadt oder Region brechen alte, verkrustete Denkstrukturen auf, sorgen für Irritationen und Innovationen. Durch die Nutzung leer stehender Ladenlokale oder Gewerberäume verleihen Sie den Innenstädten neue Attraktivität und geben Impulse. Außerdem veredeln Kreative die Produkte und Dienstleistungen sonstiger Wirtschaftsbetriebe: Ihr Marketing, ihre Produktinnovationen und -designs tragen dazu bei, dass sich die Auftraggeber “verbessern” und sich in einem immer härter werdenden Wettbewerb behaupten können. Dabei geht es nicht nur um Chancenvorteile durch bessere Produkte oder Verfahrensabläufe, sondern vielmehr auch um die Attraktivität eines Unternehmens für junge Fach- und Führungskräfte, die sich im Falle eines ansprechenden Öffentlichkeitsauftritts vielleicht für einen heimischen Betrieb entscheiden und bleiben. Insofern sind Kreative ein wichtiges Glied in einer regionalen volks- und betriebswirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Somit sorgen Kreativunternehmen durch ihre Arbeit für mehr Nachhaltigkeit in einer Stadt und Region.   

Dock 11: Worauf freust du dich denn bei der kommenden Ausgabe am meisten? Gibt es vielleicht eine Keynote, die du kaum erwarten kannst, wirst du alte Bekannte wieder treffen oder bist du einfach froh, wenn die ganze Arbeit, die ihr in die Kreativitti 2.0 steckt, dann vorbei ist?  

Folgeaufträge und konkrete Kooperationen als Ergebnis der Kreativvitti

Mark: Zu jedem Punkt ein deutliches »Ja«. Ich freue mich auf die positive Atmosphäre und Aufbruchstimmung, die schon bei der ersten Ausgabe zu spüren war. Ich hatte das Gefühl, dass es einen gewissen Spirit unter all den Ausstellern gab. Alle waren sich bewusst, dass sie Pionierarbeit im Rahmen eines Pilotprojektes leisten, das letztendlich der Kreativszene in unserer Region dient. Ich habe natürlich mein Adressbuch bemüht und es werden tatsächlich auch wieder alte Bekannte mit am Start sein, was mich extrem freut. Aber die Last, die einem nach diesen drei Tagen von den Schultern fällt, ist enorm. Auch auf diesen Moment freue ich mich. In diesem Sinne: »Keep on rockin in a free world!«

Dock 11: Danke für das Gespräch Mark!

Anmeldung und weitere Infos unter kreativvitti.com

Matthias Schmitt

Diesen Beitrag teilen: