
Der Themenblock Kommunikation & Öffentlichkeit nimmt eine übergreifende Perspektive ein und verbindet die verschiedenen Teilbereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft. Im Fokus stehen Kommunikationsstrategien, die als Grundlage rechtsextremer Einflussnahme wirken – von Diskursverschiebungen über Plattformlogiken bis hin zu symbolischen Aneignungen. Darauf aufbauend werden Ansätze diskutiert, wie Kultur, Medien und Institutionen diesen Dynamiken wirksam begegnen können.
TL;DR
Kommunikation als Schlüssel zur Analyse und zum Umgang mit rechtsextremer Einflussnahme.
Wann
13.03.2026 | 16:00 Uhr
Wo
Dock 11
Neumarkt 15
66117 Saarbrücken
Anmeldung am Seitenende
TikTok & das rechtsextreme Umfeld – Eine Analyse zur politischen Meinungsbildung
Rechtsextreme Inhalte werden massenhaft auf die Smartphones von Kindern und Jugendlichen gespült. Besonders auf TikTok versuchen Rechtsextreme, ihre Botschaften gezielt zu platzieren und die Logiken der Plattform strategisch für sich zu nutzen. Doch wie wird diese Ideologie verpackt? Mit welchen Inhalten kommen Jugendliche konkret in Kontakt? Und wie können wir angemessen damit umgehen?

Das Adolf-Bender-Zentrum engagiert sich für die Stärkung von Demokratie und Menschenrechten sowie gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. In Bildungs-, Beratungs- und Vernetzungsangeboten arbeitet die Organisation mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen daran, politische Zusammenhänge verständlich zu machen und demokratische Teilhabe zu fördern. Ziel ist es, Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken und sie zu ermutigen, sich aktiv für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft einzusetzen.
Künstlerische Strategien zur De-Radikalisierung auf Social Media
Rechte Netzwerke nutzen soziale Medien strategisch, um Diskurse zu verschieben, Ressentiments zu normalisieren und politischen Einfluss auszubauen. Plattformlogiken begünstigen emotionalisierende, polarisierende Inhalte und beschleunigen Radikalisierungsprozesse, insbesondere bei jungen Zielgruppen. Der Beitrag beleuchtet Social Media zugleich als umkämpfte gesellschaftliche Bühne – und stellt künstlerische, interventionistische Ansätze vor, mit denen sich diesen Dynamiken wirksam begegnen lässt.

Caspar Weimann ist Honorarprofessor und Mentor für Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. In seiner künstlerischen und vermittelnden Arbeit beschäftigt er sich mit digitalen Öffentlichkeiten, Radikalisierungsprozessen und antifaschistischen Strategien auf Social Media. Er initiiert transmediale Projekte, gibt Workshops und Vorträge zu De-Radikalisierung und rechter Online-Rekrutierung und arbeitet u. a. mit Institutionen wie dem HAU Hebbel am Ufer, dem Berliner Theatertreffen und dem tanzhaus nrw zusammen.
Digitaler Antifaschismus: Zur (Dys-)Funktionalität des »Kampfs gegen Rechts«
Das Zusammenspiel von Rechtsextremismus einerseits und seinen Gegner:innen andererseits ist ein wichtiger Knotenpunkt multipler Polarisierungsdynamiken. Um die (Dys-)Funktionalität des »Kampf gegen Rechts« bewerten zu können, ist eine Analyse dieses Interaktionsverhältnisses grundlegend. Der Vortrag zeichnet nach, wie sich zum digitalen Faschismus eine Gegenbewegung formiert hat und wie die Mechanik jenes Knotenpunkts funktioniert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Dynamiken, die vom Kultur- und Medienbetrieb ausgehen.

Holger Marcks ist Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt auf Radikalisierung und Polarisierung im digitalen Kontext. Er ist assoziiert mit dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg und arbeitet am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena. Dort fungiert er als wissenschaftlicher Redakteur von »Machine Against the Rage«, einem Online-Magazin für digitale Konfliktforschung.
Panel: »Memes, Macht und Meinung
Wie Rechtsextreme Kommunikation kapern – und was Medien dagegen tun können«
Zum Abschluss des Themenblocks diskutiert das Panel den Umgang mit rechtsextremer Einflussnahme in digitalen Öffentlichkeiten. Im Fokus stehen Plattformlogiken, mediale Verantwortung sowie die Frage, wie demokratische Positionen unter Bedingungen von Polarisierung und strategischer Kommunikation wirksam vertreten werden können.
Es diskutieren: Sonja von Struve, Holger Marcks, Caspar Weimann, moderiert von Luca Pauer.
Anmeldung
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