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Marc Lis – Luxinnovation | Interview

Marc Lis – Luxinnovation | Interview
Foto: Rowan Heuvel

Marc Lis ist mit Luxinnovation unter anderem für die Vernetzung und Förderung der Kreativwirtschaft Luxemburgs zuständig. Dabei ist Luxinnovation die internationale Sichtbarkeit der Kreativen ein großes Anliegen, denn Luxemburg hat mit seiner besonderen geografischen Lage im Herzen Europas viele Berührungspunkte mit seinen drei Anrainern. Wie die luxemburgische Kreativwirtschaft diese exponierte Lage zu ihrem Vorteil nutzt erklärt uns Marc selbst im Dock 11 Interview.

Dock 11: Hi Marc, euch ist die internationale Sichtbarkeit der Kreativen ein großes Anliegen. Luxemburg hat ja einige geografische und strukturelle Besonderheiten. Welche sind deiner Meinung nach besonders prägend für die luxemburgische Kreativwirtschaft? 

Marc Lis: Seit seiner Gründung im Jahr 2017 zielt unser Creative Industries Cluster darauf ab, die wirtschaftliche Entwicklung des Sektors zu unterstützen, indem wir die nationale und internationale Sichtbarkeit der Kreativwirtschaft fördern und Kreative bei ihren Aktivitäten unterstützen. Die Steigerung der Wertschätzung für kreative Talente und die Positionierung ihrer Produkte und Dienstleistungen ist ebenfalls Teil unseres Mantras.
Die Sensibilisierung und der Informationsaustausch über die Möglichkeiten in benachbarten Märkten ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit unseres Clusters. Gekoppelt an die üblichen Verdächtigen, die Luxemburg zu bieten hat (Nähe, geografische Lage, multikulturelles und mehrsprachiges Umfeld) ist der entscheidende Vorteil der Kreativbranche in Luxemburg die echte Bereitschaft, mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen zusammenzuarbeiten.

»Kreative benötigen vier verschiedene Köpfe«

 

Dock 11: Wie nutzt die luxemburgische Kreativwirtschaft seine exponierte geografische und kulturelle Position zur Erschließung neuer Märkte? Was rätst du luxemburgischen Kreativunternehmen konkret, um Aufträge über Landesgrenzen hinweg zu generieren?

Marc Lis: Eine allgemeine Beobachtung ist, dass Kreative oft vier verschiedene Köpfe benötigen, um in ihrem Sektor erfolgreich tätig zu sein. Der kreative Kopf ist die Hauptschnur ihres Bogens, um Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, der Business Kopf wird bei der Buchhaltung gebraucht; der kaufmännische Kopf, um Kunden zu finden und zu konsolidieren, und der Marketing- und Kommunikationskopf, um mit Kunden in Kontakt zu treten.

Da ich das Rad nicht neu erfinden werde, ist ein erster Schritt, die bestehende Hilfe für Unternehmen und das aktuelle Angebot zu konsolidieren und es an Interessenten, die eine grenzüberschreitende und internationale Zusammenarbeit beginnen möchten, weiterzuleiten. Unsere Handelskammer in Luxemburg verfügt beispielsweise über ein ausgezeichnetes internationales Netzwerk und veranstaltet regelmäßig Handelsmissionen, Informationsseminare und Schulungen als Vorbereitung für einheimische Unternehmen, die international ausufern möchten. In diesem Bereich dient unser Cluster als Anlaufstelle, um Kreative dabei unterstützen, und kreativ- und Kulturschaffende mit den zuständigen Expertenstrukturen zu verknüpfen und vertraut zu machen.

»Der entscheidende Vorteil der Kreativbranche in Luxemburg ist die echte Bereitschaft, mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen zusammenzuarbeiten.«

 

Dock 11: Welche Chancen siehst du in luxemburgisch-deutschen Kooperationen sowohl für die luxemburgische als auch die saarländische Kreativbranche?

Marc Lis: Ein regelmäßiger Kontakt und ein regelmäßiger Austausch mit Dock 11 haben gezeigt, dass wir uns aufgrund der Nähe und Struktur unserer beiden Sektoren tatsächlich ergänzen. In Luxemburg erfordern größere Projekte häufig einen „kurzen Schub“ an Belegschaft, um die Arbeitsbelastung effektiv zu bewältigen. Selbst wenn der Sektor auf luxemburgischer Seite zu 59 % aus Monostrukturen besteht (z. B. Freelancer), haben wir manchmal ein Missverhältnis zwischen Nachfrage und verfügbaren Arbeitskräften. Bei einem hohen Niveau an kreativem Talent, in beiden Regionen, und einer gemeinsamen linguistischen Kommunikationsbasis, sind die möglichen Synergien sehr vielversprechend.

Dock 11: Danke, dass du dir Zeit für uns genommen hast!

 

Das Interview führte Matthias Schmitt.